Juice Cleanse vs. Budget Detox

Weihnachten ist längst vorbei und trotzdem ertappe ich mich noch, wie ich meine 1000 extra Kalorien pro Tag noch immer damit rechtfertige. „Morgen geh ich’s wieder an“, sage ich und inhaliere die letzte geriffelte Paprikachipspackung – natürlich, damit sie mich morgen nicht mehr verführen kann. Dass meine Absichten schlecht sind, habe ich nie behauptet. Was ich noch nicht weiß (abgesehen davon, dass ich meinen Pullover komplett vollgebröselt habe), ist, dass ich morgen auf ein immenses erste-Welt-Problem stoßen werde, das sich komischerweise nur mit einem ganzen Kanister Eis und Cola lösen lässt. Und dann schaff ich’s plötzlich. Ich ernähre mich eine Woche lang so gesund, dass Sasha Walleczek mir ein Sternchen in mein Hausaufgabenheft kleben würde. Ich trinke viel, ich schlafe gut, Obst & Gemüse sind regelmäßig am Plan und die Träume in denen ich voll Schock aufwache, weil mir meine Turnlehrerin androht, mich ins Sommercamp für übergewichtige Kinder zu schicken, sind wie verschwunden. Ich bin so brav, dass ich mir einbilde, dass ich mich belohnen muss. Der eine Cheeseburger geht sich sogar noch, laut meiner 4 verschiedenen Kalorienzähler Apps, aus! Und die Chicken Nuggets werden eh geteilt, das macht jetzt keinen großen Unterschied mehr. 10 Minuten später spaziere ich mit meinem Sackerl der KönigInnen, indem sich 2 Menüs, die Schwarzwälderkirsch Schnitte und eine Apfeltasche befinden (natürlich habe ich meine Punkte eingelöst und prahle damit, denn ich bin die Art Mensch, dessen McDonald’s Bonuspunkte auf verkehrte Art mit dem Selbstwertgefühl verknüpft sind. In meinen Augen ist die wichtigste Karte die man swipen kann eine Rote, keine Schwarze.) und fühle mich toll. #selflove. Man muss sich ja auch mal was gönnen und eine Welt, in der einem die kleinen Freuden des Lebens verwehrt werden, möchte ich nicht leben. Am nächsten Tag geht es mir semi-gut, mein Körper entgiftet, diese Erfahrung war er einfach nicht gewohnt. Er stellt sich schleppend wieder auf den Normalzustand ein und die Süßsauer-Soße wird hektisch und so flott wie möglich durch den ganzen Körper gepumpt. Langsam erreicht mein Körper einen Entspannungszustand und atmet erleichtert auf. Statt alles zu verdrängen und weiterzumachen, als wäre nie etwas passiert, mischt sich stattdessen meine größte Sucht ein. Zucker. Nur noch ein kaltes, prickelndes, bicksüßes Glas neonfarbener Flüssigkeit, die wahrscheinlich meine Lebenszeit um 5 Minuten verringert. Das „nur“ nehme ich jedenfalls sehr ernst nach dem gestrigen Ausrutscher. „Jetzt kommt’s darauf auch nicht mehr an“, murmle ich und reiße die nächste Packung Schokolade auf.

Mein Kickstart für eine bewusstere Ernährung muss es deshalb immer ein bisschen mehr in sich haben, darum die Saftkur. Meine Ernährung ist in schlechten Phasen nicht sehr nährstoffreich, was ich spätestens in der Erkältungszeit zu spüren kriege. Das Ziel ist, dass mir der Übergang zu einer gesünderen/bewussteren Ernährung leichter fällt. Vielleicht achte ich bewusster auf schlechte Angewohnheiten und hab eine stärkere Selbstdisziplin durch ein „größeres“ Projekt.

Zum Thema Fasten & Detoxen empfehle ich dariadarias Podcast „a mindful mess“, der mich in schwachen Momenten wieder auf den richtigen Pfad geleitet hat. Er hilft das Fasten/Verzicht auf feste Nahrungsmittel aus einer anderen Perspektive zu sehen, als die, die wir beispielweise durch Instagram vermittelt bekommen: Es geht unter anderem um die Tradition des Fastens in Religionen, wie für viele ist Fasten ein mentales, physisches, spirituelles Erlebnis ist und keine Hollywood Crash Diät.

„anything cosmetic (…) falls into place when your mind and spirit is good“

Filmempfehlung: Fat, Sick and Nearly Dead

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Bestellt habe ich die Saftkur bei der Lieferei, die einen unglaublich lieben Kundenservice haben. 6 Säfte pro Tag sind vorgesehen, 1 Saft wird pro Tag doppelt getrunken:

Iron Man: Apfel, Ananas, Spinat, Kohl & Minze 
Beet It: Rote Beete, Apfel, Karotte, Ingwer & Zitrone 
Mango Ninja: Mango, Orange, Karotte, Ananas & Ingwer 
Pine Fiction: Apfel, Birne, Ananas, Limette, Kurkuma, Cayenne Pfeffer 
Six & the City: Granatapfel, Apfel, Kokosnusswasser 

Six & The City war auf jeden Fall mein Lieblingssaft, Mango Ninja war mir leider zu viel Karotte und zu wenig Mango, Pine Fiction war relativ scharf und bei Beet It war vorrangig der Ingwer im Vordergrund. Aber das soll nicht zwangsläufig eine Kritik darstellen, man muss sich daran gewöhnen, dass es keine Säfte sind, die man sich vorrangig wegen des Genusses kauft, sondern, weil hier die Nährstoffe im Vordergrund stehen.

Pro & Contra

+ man muss sich viel weniger selbst Gedanken machen

+ wird nach Hause geliefert

+ Verhältnismäßig billig zu anderen Saftkuren (dafür keine Nussmilch, wie andere)

+ Nährstoffgehalt ist abgestimmt

– wenig Abwechslung (jeden Tag die selben Säfte)

– Geschmack der Säfte ist gewöhnungsbedürftig

 

Budget Detox

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Eigene Vorgaben:

– Viel Wasser

– Ungesüßter Tee

– Apfelessig mit Wasser

– Tee/Limonade mit Ingwer und Zitrone

– Ingwershots (z.B. Rauch Juice Bar)

– generell: Gemüse und Obst mit verhältnismäßig weniger Zucker

– Gemüsesuppen (Zucchini, Rote Rübe und Kren, etc.)

– gekaufte Smoothies sind erlaubt

– wenn man doch etwas festes braucht: leere Gemüsesuppe (Suppengemüse, Kohl, Karotten, Lauch, Champignions, Sojasprossen, Petersilie, Schwarzwurzel), Rohkost, Obst

– Kein Salz, kein 0 kcal Süßstoff, etc.

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Smoothie Ideen:

1: Rote Rübensaft, Apfel, Spinat, Zitronensaft, Basilikum/Petersil, Ingwer

2: Himbeeren (auch eingefroren), Spinat, Zitronensaft, Orangensaft, Ingwer

3: Mango, Himbeeren, Heidelbeeren, Kale, halbe Banane, Ingwer

(optional: Chia-Samen)

 

Pro & Contra

+ billiger

+ Du kannst Dir selbst zusammenstellen was Du trinken/essen möchtest

+ wenn man niedrigen Blutzucker hat, kann man das viel besser regulieren

+ es fiel mir viel leichter diese Detox zu befolgen, weil sie vielseitiger ist

– selber einkaufen/juicen

– keine klaren Vorgaben

 

Fazit der beiden Detox Versuche:

Man schätzt Essen, dass man kauen kann, plötzlich auf eine ganz andere Weise. Besonders am Anfang fragt man sich, ob Sellerie schon immer so gut geschmeckt hat und das heißt in meiner Welt definitiv etwas. Alleine sehe ich es schon als Fortschritt, dass mein stärkstes Verlangen nicht mehr McDonald’s ist, sondern Roastbeef Brötchen mit Mayonnaise und Laugenstangerl. Dadurch, dass man so beschränkt war, schätzt man die Möglichkeiten, die einem wieder offen stehen, als unendlich ein und ich finde es fällt einem viel, viel leichter auf einem guten Pfad zu bleiben. Dadurch, dass man nur von Obst & Gemüse gelebt hat, ist es danach gar nicht mehr so schwer sich vorrangig plant-based zu ernähren. Ich find’s schön, wenn Saftkuren und Detox Tees gegen Bloating angepriesen werden, denn lord knows das ist 100% nicht der Fall. Meine unangenehmste Nebenwirkung war bei beiden Varianten das Kopfweh. Viel vornehmen sollte man sich für eine Detox Zeit nicht unbedingt. Mentale Stärke, spirituelles Erleben hin oder her, wenn man es gar nicht mehr aushält und alles hinschmeißen will, doch das Schlückchen Cremefine in die Gemüsesuppe oder Salz dazu geben, bevor man, um 2 in der Früh zum Dönerladen seines Vertrauens sprintet. Zwingen weiterzumachen, obwohl ich Migräne hatte, wollte ich zum Beispiel nicht und habe stattdessen einen Tag verlängert. Positiv ist sicher, dass ich neue Gewohnheiten davon mitnehme, wie 1EL Apfelessig mit Wasser verdünnen und vor den Mahlzeiten trinken oder einen Smoothie nach dem aufstehen trinken. Es ist auf jeden Fall eine Erfahrung für sich und hat mir geholfen wieder auf eine bewusstere Ernährung umzusteigen.

  • Sehr interessanter Artikel! Danke dafür!

  • Katrin

    Was für ein spannender Beitrag! Ich möchte auch ganz bald eine Saftkur beginnen, da kommen mir deine Tipps gerade gelegen! 🙂

    Ganz viel Liebe
    Katrin
    http://www.octobreinparis.de

  • Melina Alt

    Toller Beitrag! Ich habe auch bereits 2 Saftkuren gemacht und finde, dass man sich dann viel „sauberer“ fühlt. Außerdem achtet man dann einfach mehr auf das, was man isst ♥
    Liebste Grüße, Melina
    http://www.melinaalt.de