Gezwitscher

Für Urban Dictionary ist Twitter “A site that makes stalking effortless“ oder „a really bad micro-blogging service made to give people with no life the illusion that people care that they had a banana for breakfast.“

Twitter ist für mich nicht nur ein journalistisches Instrument. Ja, von Neuigkeiten bekomme ich als erstes etwas auf Social Media Platformen mit, darunter Twitter, doch meiner Meinung nach ist Twitter viel mehr. Mir kommt vor, in Österreich ist es als journalistisches Medium bekannter. Jedenfalls sagt dies auch die Liste der Leute, mit den meisten Twitter Followern aus, an der Spitze Armin Wolf.  Ja, jeder kann nun an der Verbreitung von Information teilhaben oder in einigen Fällen ist Twitter auch das Medium auf dem Neuigkeiten als Erstes erscheinen, aber wieviel dieser Information hat journalistischen Wert?

Ich habe Twitter seit Jahren. Mein Geständnis: Erstellt habe ich meinen ersten Account, um bei Youtube Giveaways mitzumachen. Unnötig zu erwähnen, dass der Account längst gelöscht ist. Heute bin ich ein passiver Twitter User. Ich lese, aber ich poste nicht. Solange ich nicht schön, reich und berühmt werde, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass ich irgendwann zu posten beginne. Angefangen hat es, um Youtubern zu folgen und danach hat mein Feed ein Eigenleben entwickelt. Ich gehe nicht auf Twitter, wenn ich weiß Schauspieler livetweeten zu neuen Folgen (Spoiler Alert!) aber liebe, wenn die eigenen Accounts von Katzen Updates posten. Mein Feed ist meine persönliche, chaotische Spielwiese.

Cyberbullying ist genauso auf Twitter ein Thema, wie auf anderen Social Media Platformen, doch da ich meinen Twitter so unpersönlich wie möglich halte, ist mir dies noch nie untergekommen. Sollte ich jedoch andere auf meinem Feed ertappen, ist der Unfollow Button für mich die beste Devise.

Wer nur Menschen auf ihr Handy schauen sieht, sieht nicht alles. Menschen schauen in den meisten Fällen auf ihr Handy, um andere zu erreichen. Ja, es ist eine andere Art als früher und ja, es wäre vermutlich besser sich persönlich zu sehen. Nur, wenn dies nicht geht, schauen wir in Momenten, in denen wir uns alleine fühlen auf unser Handy. Und wenn keine neuen Nachrichten aufleuchten, checken wir zum Beispiel unser Twitter Feed.

Viel bekomme ich von Hashtags nicht mit. Ich schaue kaum fern und „livetweete“ nicht. Hin und wieder schauen ich mir Hashtags an, um mich über die allgemeine Meinung zu bestimmten Themen zu informieren. Ich komme mit Hashtags auf Twitter eigentlich nur in Berührung, wenn Youtuber sagen, dass sie es geschafft haben, ihren Hashtag „worldwide trending“ zu bekommen.

Aktuell: der Hashtag #GermanWings

In solchen Momenten kann Twitter am schnellsten die Neuigkeiten bekannt geben, wie die gefundene Blackbox. Millionen sprechen ihr Beileid aus und Twitter ermöglicht Vielen die Informationen gemeinsam zu verarbeiten.

Meiner Meinung nach hat Twitter für beides Platz. Genau, das ist das Schöne daran, dass jeder zum Informationsstrudel beitragen kann. Twitter ist mir persönlich sympathischer als Facebook. Mir kommt vor, auf Twitter versucht Jeder viel positiver zu sein und bemüht sich Kreativität in maximal 140 Charaktere zu stecken. Man kann soviel und so wenig sagen, wie man will, es mit Bildern, Videos und Links untermalen und es wird nicht als allgemeine Entschlüsselung und Widerspiegelung der Seele angesehen, so wie Facebook. Postet man nichts auf Facebook hat man „kein Leben“ und es ist beinahe kriminell auf dieser Platform nicht an  „FOMO“ (fear of missing out) beizutragen. Twitter folgt eher dem „Wenn du nichts gescheites zu sagen hast, sag nichts“ Prinzip. Zugegeben, das mag jetzt nicht für alle zutreffen, aber ich bin auch eher der Mensch, bei dem Bilder von Essen zur guten Laune beiträgt und diese Updates sind durchaus erwünscht. Ich hab das Gefühl, dass Facebook nicht so sehr auf gute Laune bei anderen abzielt. Facebook kommt mir wie die passiv agressive Schwester von Twitter vor. Aber vielleicht bin ich nur misstrauisch.

In Zeiten von Unglücken, suchen wir Trost in den Tweets anderer. Und Lebenszeichen von anderen, die das Leben weitergehen und uns aufatmen lassen und plötzlich interessiert uns tatsächlich, ob jemand eine Banane zum Frühstück hatte.

@justinbieber me too

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